Sachsen will mehr Mitsprache für Kinder

Junge Leute sollen per Gesetz im Gemeinderat oder Kreistag mitreden dürfen. Dort stellt man aber eine Bedingung.

Dresden. Diesen Satz hört man von jungen Leuten häufig: Uns fragt ja keiner. Zumindest wenn künftig in kommunalen Parlamenten über Angelegenheiten von Kindern und Jugendlichen entschieden werden muss, soll sich das allerdings ändern. Sachsen will nun dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und eine Beteiligung von jungen Menschen an solchen Verfahren per Gesetz festschreiben.

Das Innenministerium in Dresden bestätigte auf Anfrage, dass in Kürze ein entsprechender Änderungsentwurf des Kommunalverfassungsrechts zur öffentlichen Anhörung freigegeben werden soll. Details der Neuregelung gab man allerdings noch nicht bekannt. Hintergrund ist die bisherige Uneinigkeit zwischen Freistaat und Kommunen, wie weit die neuen Mitspracherechte der Kinder und Jugendlichen konkret reichen sollen. Nach SZ-Informationen soll dieser Streit nun mit einem Kompromiss beigelegt werden. Sowohl in die Gemeindeordnung als auch in die Landkreisordnung soll ein neuer Paragraf 47a aufgenommen werden, der sich an einer Regelung aus Rheinland-Pfalz orientiert und den Kommunen vor Ort praktisch die letzte Entscheidung überlässt: So sollen Gemeinden künftig bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, „diese in angemessener Weise beteiligen“ und hierzu über die bisherige Einwohnerbeteiligung hinaus „geeignete Verfahren entwickeln und durchführen“. Dem Vernehmen nach haben die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD im Landtag dieser Kompromissformel auf Arbeitsebene bereits zugestimmt.

Innenminister Markus Ulbig (CDU) begrüßt die Gesetzesinitiative ausdrücklich: „Junge Menschen möchten mitgestalten. Mit der geplanten Änderung können Kinder und Jugendliche ihre Ideen für Freizeit- und Sportangebote und den öffentlichen Nahverkehr einbringen und aktiv Heimat gestalten.“ Die kommunale Seite reagiert bisher zurückhaltender. Die Beteiligung junger Menschen sei für viele Städte und Gemeinden nichts Neues, meint Mischa Woitscheck. Der Geschäftsführer von Sachsens Städte- und Gemeindetag verweist dafür auf Kinder- und Jugendparlamente, Beiräte und die Hinzuziehung als Sachverständige. „Solange die Entscheidungsspielräume im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung erhalten bleiben, werden wir die angedachte Regelung aber mittragen können.“ Eine ähnliche Position vertritt der Sächsische Landkreistag. Es wäre positiv zu werten, wenn bei dem Thema keine konkreten Vorgaben gemacht würden, sondern die Kommunen vor Ort selbst entscheiden könnten, wie eine stärkere Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen erreicht wird, teilte der Verband mit.

Quelle:

http://www.sz-online.de/sachsen/sachsen-will-mehr-mitsprache-fuer-kinder-3692170.html

 

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Vorfahrt für Kinderrechte: Der „KidsRight Index“

„Kinder, die ethnischen, konfessionellen oder sprachlichen Minderheiten angehören, werden weltweit diskriminiert. Darauf aufmerksam zu machen und diesen Trend umzudrehen, ist eines der wesentlichen Anliegen der Autoren der KidsRights Index 2017 – eines Rankings, das sich der weltweiten Einhaltung der Kinderrechte widmet. …

„Im Allgemeinen verdeutlicht der Index, dass Industriestaaten es zunehmend verfehlen, entsprechende finanzielle Mittel in die Schaffung eines stabilen Umfelds für Kinderrechte zu investieren“, so die Autoren der Studie. Viele ärmere Staaten verdienten, gemessen an ihrem Budget und ihren Möglichkeiten, Lob für ihre Mühen. „Umso mehr ist es dennoch alarmierend, dass einige Industriestaaten ihre Führungsverantwortung vernachlässigen und es versäumen, bestmöglich in die Rechte von Kindern zu investieren.“

Insgesamt bemühten sich die allermeisten Länder um die Etablierung von Kinderrechten. Raum für eine bessere Entwicklung sehen die Autoren des Index aber dennoch: Viele der installierten Gesetze und Bestimmungen entsprächen nicht der UN-Kinderrechtskonvention. Die aber sei weiterhin der entscheidende Maßstab. “

Den gesamten Beitrag könnt ihr nachlesen auf:

http://www.dw.com/de/vorfahrt-f%C3%BCr-kinderrechte-der-kidsright-index/a-38829086

Wissenschaftliche Honorarkraft für kinderrechtliches Forschungsprojekt

Das Deutsche Kinderhilfswerk plant die Umsetzung einer wissenschaftlichen Erhebung der Umsetzung von Kinderrechten in Deutschland, verbunden mit einem differenzierten Vergleich der Bundesländer.

In diesem Rahmen sucht das Deutsche Kinderhilfswerk zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine wissenschaftliche Honorarkraft, die dieses Vorhaben auf Werkvertragsbasis wissenschaftlich begleitet und die Durchführung maßgeblich unterstützt. Gerne auch begleitend zu einer Promotion. Dienstsitz ist Berlin.

Zu Ihren Aufgaben gehören:

  • Wissenschaftliche Begleitung des Projekts Kinderrechte-Index
  • Erhebung, Zusammenstellung und Analyse von quantitativen Daten
  • Durchführung von qualitativen Interviews mit Fachkräften aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe
  • Inhaltliche Vorbereitung und Nachbereitung der Sitzungen eines Wissenschaftlichen Beirates

Wir erwarten von Ihnen insbesondere:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium
  • Sehr gute Kenntnisse in Statistik und Methoden
  • Sehr gute Kenntnisse der empirischen Sozialforschung (quantitativ und qualitativ) –
  • Kompetenzen im Projektmanagement
  • Gute Kenntnisse im Bereich Kinderrechte
  • organisatorisches Geschick und Eigeninitiative
  • Erfahrungen im Bereich Kinder- und Jugendbeteiligung bzw. Kinder und Jugendhilfe sind wünschenswert

Ihre vollständige Bewerbung richten Sie bitte bis 28.05.2017 unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen per E-Mail an jobs@dkhw.de.

Mitmachaufruf: „Buntes Band – für Kinder- und Jugendrechte“

Die Regenbogen Schule in Schalkenbach, Rheinland-Pfalz, macht sich stark für Kinderrechte. Mit dem Ziel

„Ja!“ zu Kinderrechten ins Grundgesetz!

initiieren sie die Aktion „Buntes Band für Kinder- und Jugendrechte“.

„Tagtäglich und überall auf der Welt werden Kinder-und Jugendrechte nicht eingehalten. Auch kennen nach wie vor nicht alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Kinderrechte. Des weiteren wissen viele nicht, dass Kinder- und Jugendrechte noch nicht im Grundgesetz verankert sind.

So soll es sein!
Alle Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kennen ihre Rechte.
Erwachsene unterstützen Kinder- und Jugendrechte.
Kinderrechte sind verankert im Grundgesetz.“

Eingeladen sind Schulen, KiTas und Einrichtungen die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden.

„Mit der Mitmachaktion rufen wir euch auf, ein Band für die Rechte benachteiligter Kinder zu basteln. Mit dem längsten Kinderrechteband der Welt wollen wir auf die Kinderrechte aufmerksam machen und einen Rekord aufstellen.

Eine Kinderrechte-Figur ist ein Statement, viele Figuren setzen ein Zeichen für demokratische Werte in Deutschland. Egal ob Schulen, Kindergärten, Vereine und Freunde der Kinderrechte, egal ob groß oder klein – ihr alle könnt euch beteiligen.“

Alle Informationen findet ihr hier: http://www.kinderrechteband.de/

Wir drücken die Daumen für die Aktion und die weitere Verbreitung der Rechte von Heranwachsenden!