Spielleitplanung in Nürnberg

Doris Lindner
Doris Lindner

Wir waren am 20.07. bei Doris Lindner im Jugendamt der Stadt Nürnberg und haben uns dort intensiv dem Thema Spielleitplanung gewidmet.

In Nürnberg werden grundsätzlich bei allen Neubauten und Generalsanierungen von Spiel- und Aktionsflächen die Nutzer_innen beteiligt. Ist dies der Fall, begibt sich Doris in die Spur und befragt in einem in der Regel standardisierten Verfahren Kinder bzw. Jugendliche zu ihren Bedürfnissen und Wünschen. Dafür werden die Kinder bzw. Jugendlichen, die rund um die jeweilige Fläche leben, zur Schule oder zur Kita gehen, eingeladen, ihre Erwartungen direkt den ebenfalls anwesenden Planer_innen mitzuteilen. Die Wünsche der Kinder bzw. Jugendlichen sollen dabei nicht kommentiert werden. An dieser ersten Veranstaltung nehmen zwischen 30 und 300 Kinder teil. Sie können sich bei diesem Treffen auf unterschiedlichen Wegen ausdrücken: durch Aufschreiben, Malen, Gestalten, Erzählen. Es ist ihnen überlassen, in welcher Form sie sich mitteilen möchten. Die Kinder bzw. Jugendliche werden dann dazu motiviert, ihre Wünsche und Ideen näher zu erläutern.
Nach dieser Veranstaltung fasst Doris alle Wünsche und Ideen in eine sinnvolle Sortierung zusammen, damit die Planer_innen zum einen die konkreten Ideen als Vorlage haben und zum anderen sehen können, was sich die Kinder bzw. Jugendliche besonders häufig gewünscht haben: So haben die Planer_innen die Möglichkeit den Spielplatzschwerpunkt auf die Wünsche der zukünftigen Nutzer_innen besser abzustimmen.

Für die zweite öffentliche Veranstaltung werden die Teilnehmer_innen aus der ersten Veranstaltung erneut eingeladen. Hier werden dann die Pläne der Landschaftsarchitekt_innen vorgestellt. Im Anschluss gehen die Kinder bzw. Jugendliche in die Diskussion: Was gefällt ihnen gut? Was gefällt ihnen nicht gut? Wurden ihre Wünsche berücksichtigt? Sie können den Entwurf annehmen oder aber auch ablehnen.
Zwischen den Veranstaltungen gibt es stadtinterne Abstimmungen, an denen Doris teilnimmt, um die Interessen der Kinder vertreten zu können.

Eine dritte Veranstaltung wird als Abschluss des Partizipationsprojektes am fertigen Spielplatz – in der Regel zur Spielplatzeröffnungsfeier – durchgeführt. Die Kinder bzw. Jugendliche aus den vorangegangenen Veranstaltungen werden hierzu wieder extra mit eingeladen. Ist der Spielplatz so geworden wie sie sich das vorgestellt haben? Sind alle Elemente so umgesetzt worden wie das auf dem Plan gezeigt wurde? Die Kinder können den Spielplatz erstmals testen und den Planer_innen ein Feedback geben.

Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, Kinder direkt aktiv beim Bau von Spielflächen einzubinden. Strenge Sicherheitsbestimmungen erschweren dies jedoch. Mögliche Einbindungen umfassen die Bepflanzung, das Einbringen von Fallschutz, farbliche Gestaltung der Spielgeräte oder Zäune oder spezielle Gestaltung von Spielelementen unter Anleitung einer Fachperson.

Neben dieser großen Aufgabe hat sich Nürnberg schon vor vielen Jahren auf den Weg gemacht, die Höfe der Allgemeinbildenden Schulen in öffentliche Spielhöfe umzuwandeln. Dafür muss neben der Finanzierung geklärt sein, wer die Höfe im Bedarfsfall auf- und abschließt, wer für die Sauberkeit sorgt und wer neue Spielgeräte anschafft und wartet. Dieses Thema ist auch für Dresden relevant. Erst kürzlich erschien ein Artikel in der DNN dazu: http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Wegen-offener-Fragen-bleiben-Spielplaetze-in-Dresden-noch-laengere-Zeit-zu

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