Kinderbeauftragter in Halle: Mirko Petrick

MirkoPetrickWir haben uns in den Zug gesetzt, um den Kinderbeauftragten der Stadt Halle, Mirko Petrick, zu treffen. Hier sind die wichtigsten Gesprächsinhalte zusammengefasst.

In Halle gibt es neben dem Kinderbeauftragten noch eine Moderatorin für Beteiligungsprozesse in der Verwaltung. Die Beiden arbeiten eng zusammen. Mirko initiiert die Prozesse und die Moderatorin führt diese dann durch.

Wichtig scheint es zu sein, dass eine Kinderbeauftragung als  Stabsstelle auf Oberbürgermeister_innenebene angesiedelt ist, damit sie direkt in alle Amtsbereiche wirken kann.

Mirko meinte, ihm fehle vor allem noch eine Struktur die außerhalb  der Stadtverwaltung arbeitet. Die mehr Zeit für eine direkte Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Trägern hat – also ein Kinder und Jugendbüro.
Wir bedanken uns ganz herzlich für die vielen Infos und Hinweise!

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Interview mit Tobias Wallusch (Politischer Jugendring Dresden e. V.)

Tobias Wallusch PJR

Mit Tobias saß ich im Beratungsraum der Büroräume des Politischen Jugendring (PJR) Dresden e.V. und wollte herausfinden, welche Beteiligungsprojekte er in Dresden kennt. Besonders bekannt waren ihm Projektförderfonds, bei denen Gelder bereitgestellt werden, damit Kinder und Jugendliche selbst Dinge umsetzen können. Gemeint sind Aktionen der Kinder- und Jugendstiftung, der Sächsischen Jugendstiftung sowie vom Kulturbüro, der Projektschmiede oder auch der Telekom. Tobias fragt sich jedoch, ob die Fördergelder womöglich häufig eine ähnliche Gruppe besonders aktiver junger Menschen erreichen, andere dagegen außen vor bleiben.

Als Beispiel für eine Politiksimulation nennt er Kitrazza: „Viele schwärmen davon, ich habe dieses Projekt jedoch selbst noch nicht miterlebt. Die Idee einer selbstorganisierten Stadt im Kleinen klingt jedoch toll“. Er selbst bietet mit dem PJR in dem Bereich der Simulationen Planspiele zur Kommunal- und Europapolitik an: „Während der Rathausrallye können junge Menschen mit kommunalen Politikern und Abgeordneten ins Gespräch kommen, bei Seminarfahrten nach Berlin oder Brüssel organisieren wir auch Begegnungen mit Entscheidungsträgern über die lokalen Akteure hinaus.“ http://www.pjr-dresden.de/cms/de/25/PJR-AKTIV

Als Vertretungsorgan nennt Tobias den Stadtschülerrat, der die Interessen der Schülerschaft gegenüber der Politik vertritt. Zu Kooperationen zwischen dem PJR und dem Stadtschülerrat sei es allerdings in letzter Zeit nicht gekommen, es gäbe jedoch manchmal personelle Überschneidungen. http://ssr-dresden.de/

Der PJR selbst führt auf Anfrage in Schulen den Klassenrat ein, vor allem für Schüler_innen der 5. – 7. Klasse. „Die Schüler_innen diskutieren gemeinsame Anliegen und treffen Entscheidungen. Ab und zu kommt es dabei auch zu Abstimmungen nach dem Mehrheitsprinzip.“ Dieses Projekt läuft bei uns unter ‚Training demokratischer Basiskompetenzen‘, aber auf eine gewisse Art lassen sich die Wörter auch drehen, denn dort wird dann schon manchmal auch kompetente Basisdemokratie praktiziert.“

Zur Frage danach, wo Tobias in Dresden noch Mitwirkungspotential sieht, bemerkt er: „Als Politikwissenschaftlicher finde ich natürlich immer parlamentarische Formen spannend, deswegen wäre ein Jugendparlament eine schöne Sache.“ Dieses müsste allerdings unter den jungen Menschen bekannt sein, von der Politik ernst genommen werden und auch wirkliche Gestaltungsmöglichkeiten haben. Möglicherweise fehle es unter den jungen Menschen aber auch an einer Bereitschaft sich zu beteiligen. Diese beiden Punkte, also institutionelle Möglichkeiten und die Beteiligungskultur, würden sich aber sicherlich auch gegenseitig bedingen.

Zum Abschluss wünscht uns Tobias für unser Vorhaben viel Glück und ich bedanke mich sehr herzlich für das spontane, unkomplizierte Gespräch!

Weiterführende Informationen:
http://www.pjr-dresden.de/